Klinik Tiefenbrunnen
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Lipo Filling

Brustvergrösserung mit Eigenfett

Was passiert dabei eigentlich?
Welche Ergebnisse können erzielt werden?
Anästhesieform und Klinikaufenthalt
Wie bereite ich mich auf die Operation vor?
Wie verläuft die Operation?
Was passiert nach der Operation?
Welche Risiken sind zu beachten?
Welche Komplikationen können entstehen?
Welche Nachbehandlung ist erforderlich?
Was ist nach dem Eingriff zu beachten?


Eine schön geformte, straffe Brust ganz ohne Narben und Implantate ist für viele Frauen eine Idealvorstellung. Was lange Zeit blosser Wunsch blieb, kann heute von der ästhetisch-plastischen Chirurgie möglich gemacht werden. Je nach Wunsch und Voraussetzungen von Seiten der Patientin kommen dabei verschiedene Verfahren zur Anwendung. Gemeinsames Prinzip ist dabei, dass die Brust durch eine Unterspritzung auf die gewünschte Form und Grösse modelliert wird, ohne dass dabei störende Narben entstehen.

Bisher standen uns lediglich chirurgische Methoden zur Optimierung der Brustform zur Verfügung, entweder die Brustvergrösserung mit Implantaten, oder die Brustverkleinerung bei Übergrösse, beziehungsweise die Straffung, z.B. nach einer Schwangerschaft. Aus Angst vor einer Operation oder Respekt vor den dabei entstehenden Narben schrecken viele Frauen vor einer Behandlung zurück und fügen sich ihrem Schicksal mehr oder weniger zufrieden. Aus diesen Gründen wurde intensiv nach möglichen Alternativen zur Brustformung gesucht. Heute steht mit der Unterspritzung der Brust mit Eigenfett ein interessantes Verfahren zur Auswahl, welches hier genauer vorgestellt werden soll.

Was passiert dabei eigentlich?
Das Prinzip beim LipoFilling der Brust beruht im Wesentlichen auf zwei Teilaspekten. Zuerst wird das Fettgewebe mit einer schmerzstillenden Lösung lokal unempfindlich gemacht, bevor es mit feinen Kanülen aus den störenden Fettdepots abgesaugt werden kann. Das so für die Brustvergrösserung abgesaugte Fett wird danach erst schonend gereinigt, bevor es schliesslich sorgfältig in die Brust eingespritzt werden kann.
Das Fett wird dabei nicht als einzelne, grosse Masse in die Brust gefüllt wie bei einem Implantat, sondern als eine Vielzahl von einzelnen, kleinen Fettpaketen rund um und hinter die Brust platziert. Analog der Technik nach Dr. S. Coleman sorgt dieses Vorgehen dafür, dass die Fettzellen besser ernährt werden und besser überleben, bevor sie schliesslich stabil einheilen. Bei einem zu grossen, einzelnen Fettdepot ist dies nicht der Fall und das Fettgewebe stirbt ab, kann verkalken oder zur Bildung von kleinen Ölcystchen beitragen.

Welche Ergebnisse können erzielt werden?
Das Brustvergrösserung mittels LipoFilling ist eine gute Alternative in all den Fällen, wo die Patientin kein Silikonimplantat akzeptieren möchte. Eine leichte Vergrösserung von ca. einer Körbchengrösse kann dabei problemlos erreicht werden.

Wenn eine substantiellere Vergrösserung gewünscht wird oder die Brust deutlich hängt, erreichen wir die Grenzen des Machbaren einer alleinigen Unterspritzung. In diesen Fällen wird deutlich mehr Volumen gebraucht, was bedeutet, dass entweder schrittweise vorgegangen oder eine Vorbehandlung der Brust nötig wird, um ein problemloses Einheilen des transplantierten Fettes zu gewährleisten.

Beim schrittweisen Vorgehen wird das Ziel der Behandlung über einen längeren Zeitraum in zwei oder drei Teilschritten erreicht.  Pro Sitzung sollten dabei nicht mehr als 300ml Fett pro Brust eingespritzt werden, um ein möglichst vollständiges Überleben der Fettzellen zu garantieren. Die einzelnen Sitzungen liegen mindestens 3 Monate auseinander.

Wenn ein rascheres Vorgehen mit mehr Volumen in einer einzigen Sitzung gewünscht wird, muss die Brust entsprechend auf den Eingriff vorbereitet werden. Dabei kommt dann das sogenannte BRAVA® Verfahren zum Einsatz. Die Idee dabei ist, dass die Brust während eines Monates langsam auf das gewünschte Volumen aufgedehnt wird, so dass die Brust zum Zeitpunkt der Operation besser durchblutet wird und angeschwollen ist. Dadurch steht mehr Platz für die Transplantation von Fettzellen zur Verfügung und es können grössere Volumen eingespritzt werden als ohne Vorbehandlung.

Das BRAVA System ist im Wesentlichen ein Spezial-BH mit zwei Saugglocken, welcher die Brüste mithilfe eines Vacuums aufdehnt. Eine tägliche Tragezeit von rund 12h, vorzugsweise über Nacht, während eines Monats reicht dabei meist aus, um das gewünscht Volumen zu erreichen.

Die für eine Brustvergrösserung benötige Menge Fett beginnt bei mind. 300ml, so dass man an den Entnahmestellen klar den Nebeneffekt der Behandlung sehen kann. Durch die Entfernung störender Fettansammlungen und die Modellierung der entsprechenden Partien, gewinnen die Proportionen an Harmonie und der Körper wirkt zusätzlich schlanker.

Anästhesieform und Klinikaufenthalt
Eine Brustvergrösserung mit Eigenfett kann grundsätzlich in einem leichten Dämmerschlaf unter lokaler Betäubung durchgeführt werden und Sie können die Klinik am Abend nach dem Eingriff verlassen. Bei ausgedehnten Behandlungen oder Wunsch der Patientin kann auch eine kurze Narkose sinnvoll sein.

Wie bereite ich mich auf die Operation vor?
Auf die Operation müssen Sie sich nicht speziell vorbereiten. Sie sollten für die Dauer von 14 Tagen vor der Operation keine Schmerzmittel, wie z. B. Aspirin, einnehmen, da diese die Blutgerinnung verzögern. Auch auf Alkohol und Schlafmittel sollten Sie weitgehend verzichten.

Wie verläuft die Operation?
Vor dem eigentlichen Eingriff markiert der Chirurg die Entnahmestellen für das Fett an der stehenden Patientin. Die kleinen Hautschnitte von ca. 0,5cm werden an unauffälliger Stelle geplant, z.B. in den Gesäßfalten oder im Nabel. ZU Beginn der Operation werden die markierten Stellen von diesen Zugängen ausgehend mit einer kochsalzhaltigen Lösung aufgespritzt und so prall und unempfindlich gemacht. Die eigentliche Absaugung beginnt erst nach einer kurzen Wartezeit und dauert je nach Areal und Ausmaß zwischen einer halben und bis zu mehreren Stunden. Noch auf dem Operationstisch werden eine Kompressionshose, Stützstrümpfe oder Bandagen über die behandelten Areale gezogen. Diese sollen  verhindern, dass sich in den entstandenen Hohlräumen Blutergüsse bilden und gleichzeitig die Schrumpfung des Bindegewebes und der Haut unterstützen.

Das gewonnene Fettgewebe wird danach von der überschüssigen Flüssigkeit getrennt, bevor es zur Einspritzung bereit steht. Hierzu wird die Brust erst unempfindlich gemacht, bevor das Fett via kurze, gut versteckte Hautschnitte mittels feiner, stumpfer Kanülen rund um die Brust eingespritzt werden kann.
Am Ende der OP wird auch die Brust mit einem Sport-BH etwas ruhig gestellt.

Was passiert nach der Operation?
Unmittelbar nach dem Eingriff ist mit leichten Schmerzen und Blutergüssen zu rechnen. Beide bilden sich innerhalb von Tagen wieder zurück. Schwellungen der betroffenen Areale sind wie bei jeder Operation völlig normal. An den Entnahmestellen geht diese innerhalb von 4 - 6 Wochen völlig zurück.

Im Bereich der Brüste verhält es sich so, dass im ersten Monat nach der Behandlung vor allem die Folgen der OP, also die reine Schwellung, abklingen, bevor im zweiten und dritten Monat nach der Behandlung sich dann zeigt, wieviel des transplantierten Fettes schliesslich zurück bleiben wird. Ein endgültiges Ergebnis kann also in den meisten Fällen erst nach 3 Monaten beurteilt werden. Die Hautschnitte hinterlassen kleine Narben, die im Laufe der Zeit verblassen und kaum noch erkennbar sein werden.

Welche Risiken sind zu beachten?
Leiden Sie unter Allergien, wie z. B. gegen Medikamente oder Pflegemittel, oder anderen Krankheiten, so müssen Sie uns diese in jedem Fall mitteilen. Neigen Sie zu auffälligen blauen Flecken oder haben Sie anhaltende Blutungen nach Bagatellverletzungen, so sollte eine Gerinnungsstörung vor der Operation durch eine geeignete Untersuchung ausgeschlossen werden.

Welche Komplikationen können entstehen?
Nach der Fettabsaugung kommt es für mehrere Wochen zu einer Verminderung der Berührungs-empfindlichkeit an den behandelten Stellen. Diese erholt sich in aller Regel während der folgenden Monate. Bei inkonsequenter Bandagierung können übermässige Blutergüsse entstehen, welche in der Folge nicht mehr richtig abheilen und zu oberflächlichen Unebenheiten führen können. Gelegentlich kann es nach einer Behandlung zu Asymmetrien kommen, welche dann in einer zweiten Operation nach- gebessert werden müssen.

Die Komplikationen, welche an der Brust auftreten können, sind im Wesentlichen die direkte Folge der Fetteinspritzung, indem das Fett bei unsorgfältiger Handhabung nicht richtig einwächst, abstirbt und zur Bildung von kleinen Ölcysten führt. Diese werden meist mit der Zeit vom Körper wieder aufgelöst, können im ungünstigen Fall aber verkalken und so dauerhaft in der Brust verbleiben. Dies kann die Brustuntersuchung mittels Mammographie etwas erschweren, stellt aber für einen versierten Radiologen kein Problem in der Diagnostik des Brustkrebses dar.

Welche Nachbehandlung ist erforderlich?
Stellen Sie sich darauf ein, für die ersten 4 - 6 Wochen nach der Operation Kompressionshosen oder Mieder und einen Sport-BH zu tragen, und zwar Tag und Nacht. Nur so kann eine optimale Heilung nach dem Eingriff sicher gestellt werden. Sportliche Belastungen sollten während der ersten zwei Wochen gemieden werden, danach ist ein langsamer Aufbau der Aktivität nach Absprache mit dem Chirurgen wieder möglich.

Was ist nach dem Eingriff zu beachten?
Je nach Veranlagung kann es insbesondere bei größeren Eingriffen zu einer kurzzeitigen Arbeitsunfähigkeit kommen. Im Normalfall werden Sie sich in Ihrer Befindlichkeit und Beweglichkeit aber kaum beeinträchtigt fühlen. Auf Sport sollten Sie jedoch je nach Lokalisation und Ausmaß der Fettabsaugung für die ersten Wochen nach der Operation verzichten. Massagen sollten nur in Absprache und nach Anweisung ihres Arztes erfolgen.


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